5. Geschichte

Das passiert vorher:

Einige Sekunden herrschte Stille.
"Es wird bald Tag werden", sprach der Hund weiter. "Ich fürchte,
du musst hier bleiben, bis die Nacht wieder kommt. Eine Rettungsaktion
am Tage wäre zu riskant. Wir sind mitten in der Stadt,
da sind viele Menschen unterwegs. Ruh dich ein wenig aus.
Wir werden dir etwas zu essen beschaffen und dabei so unauffällig
wie möglich sein."
Hubert seufzte und Krakelie strich ihm über den Rücken.
"Versuche zu schlafen. Ich komme bald wieder", sagte sie mitfühlend
und schlug ihre Flügel auseinander.
"Krakelie", flehte Hubert, als die Krähe oben angekommen war,
"gibt es hier so etwas wie Turmgeister?"


Von Dorothea aus Ebern (11 Jahre)

"Nein; ich jedenfalls habe noch kein einziges Gespenst gesehen."
"Na, da bin ich aber froh", jubelte Hubert, doch jetzt musste Krakelie los.
Als die nächste Nacht gekommen war, hatte Krakelie eine super Idee für Huberts Rettung.
Sie flog über die Stadt und krächzte alle ihre Artgenossen zusammen.
Alle folgten ihr in den Gefängnishof.
"Hört mal alle gut zu", begann Krakelie, "mein Wildschwein-Freund Hubert
ist in den Kerker vom Diebsturm gefallen und kommt jetzt nicht mehr alleine heraus."
"Wir bauen für Hubert ein großes Nest", schlug Krakelie vor. "Das Nest
soll so hoch werden, dass Hubert damit langsam in die Höhe wächst."
Gesagt - getan…
Tagelang flogen Hunderte von Krähen mit Nestmaterial im Schnabel in
Richtung Diebsturm. Die angeflogenen Ästchen, Blätter, Moos und vieles
mehr schmissen die Krähen in den Turm.
Langsam, aber sicher wurde das "Nest" immer dichter, aber vor allem immer höher.
Natürlich wurde Hubert auf diese Weise auch mit Nahrung versorgt.
Die Wesen der Stadt, die sich Menschen nennen, schauten verdutzt zum Himmel
und wunderten sich über die vielen Vögel.
Das Nest wuchs und wuchs.
Hubert sehnte sich dem Ausstieg entgegen. Inzwischen verbreitete sich
nämlich ein übler Gestank im Turm. Hubert war gezwungen, in die Ecke zu machen,
er konnte ja nicht raus.
Nach vielen, vielen Tagen, war es dann endlich soweit. Das Nest war so
hoch geworden, dass Hubert den Ausstieg erreichen konnte. Er wartete, bis
es Nacht war, und alle, bis auf Krakelie und Purzel, schliefen.
Er machte einen großen Satz und schaffte es in die Freiheit. Sofort begab er
sich in den nahe gelegenen Angerbach, um ein genüssliches Bad zu nehmen,
und vor allem, um den üblen Gestank los zu werden.
Krakelie und Purzel begleiteten ihn den Steinberg hinauf, bis sie alle auf
seiner Wiese ankamen. Alle waren über die gelungene Aktion glücklich.
Hubert sagte: "Ich werde sicher wieder mal hinunter in die Stadt gehen,
und ganz sicher bin ich mir, dass ich keine hohen Türme mehr hinauf klettere."
Die Neugier für das "Leben da unten" war geweckt.
Die Drei, die gute Freunde geworden sind, hatte noch viele Erlebnisse
und Entdeckungen gemacht, …
doch darüber könnt ihr im / in den nächsten Buch / Bücher lesen!


Zur 1. Geschichte

Zur 2. Geschichte

Zur 3. Geschichte

Zur 4. Geschichte

Zurück zur Startseite